zufällige Doku

Als das Taxi noch als Käfer kam – Blaulichtgeschichten aus NRW (PHOENIX Doku)


Die Idee war aus der Not geboren, nachdem der Berliner Polizeipräsident 1952 per Verfügung alle zweitürigen Taxen verboten hatte. Die Firma Rometsch schaltete am schnellsten und baute den VW Käfer einfach um. Später dann, im aufblühenden Wirtschaftswunder, setzten Taxiunternehmen zunehmend auf repräsentative Mercedeswagen. Bei VW war man ohnehin nicht begeistert vom Umbau der gelieferten Käfer und entschied, keine Chassis des Wagens mehr an Rometsch zu liefern.

Die Fahrer waren eine Mischung aus Chauffeur und Kutscher, oft mit Schirmmütze und Fuhrmannsjacke, mal höflich, mal ungehobelt, auf jeden Fall aber eine verschworene Gemeinschaft. Einer half dem Anderen. Denn sie alle fuhren mit der Angst im Nacken – Morde und Raubüberfälle häuften sich. Trauerfeiern für einen ermordeten Fahrer wurden zu politischen Demonstrationen mit langen Autokorsos und tausenden Teilnehmern. Das Gewerbe sah nur eine Lösung: die Todesstrafe. Bundesweit kam es zu Fällen von Lynchjustiz.

In der Dokumentation von Lothar Schröder erzählen Taxifahrerinnen und Taxifahrer über die bewegenden Zeiten, als die Taxigilde noch eine Gemeinschaft mit eigenen Gesetzen und losem Mundwerk war. Das merkten auch die ersten Frauen, als sie sich am männlich dominierten Taxenstand durchsetzen mussten. Dort, wo die Männer geradezu um die Wette ihre Autos putzten. Jeder Wassertropfen, jedes Staubkorn war dem Fahrer auf der schwarz glänzenden Karosserie ein Dorn im Auge. Der Wagen war ihre Visitenkarte.